Borgward Traumwagen Die Vorstellung, den absoluten Traumwagen zu bauen, beschäftigte Carl Friedrich Wilhelm Borgward (1890 - 1963) wohl sein ganzes Leben lang. Borgward-Modelle wie der Hansa 2400 oder der Borgward P 100 mit Luftfederung kamen seiner Idealvorstellung vom Traumwagen sicherlich schon sehr nahe. Die serienmäßige Produktion seines wohl radikalsten Traumwagens blieb leider nur ein Traum. Nachdem sich im Sommer des Jahres 1955 die Gerüchte um einen mehrfach im Großraum Bremen gesichteten und äußerst futuristisch gestylten Erlkönig verdichtet hatten, nannte die bundesdeutsche Motor-Fachpresse dieses Fahrzeug sehr bald nur noch schlicht den „Traumwagen“. Gestaltet wie ein Fahrzeug aus einem Science-Fiction-Roman verfügte der mit überdimensionalen Heckflossen versehene Prototyp über eine Vielzahl zukunftsweisender technischer Leckerbissen. So wurde die Antriebskraft über ein hydraulisches Achtgang-Getriebe an die Vorderräder übertragen. Die Gänge konnten elektromagnetisch per Hand vorgewählt werden. Die Karosserie bestand aus einer stromlinienförmigen Aluminiumhaut. Ein vollkommen neu entwickelter 4-Zylinder-Boxermotor mit 2,5 Liter Hubraum ermöglichte dem Borgward-Traumwagen Höchstgeschwindigkeiten von knapp über 200 Stundenkilometern. Durch Hochklappen des gesamten Dachaufbaus konnte man in den ebenfalls futuristisch gestalteten Innenraum gelangen. Nach einem Unfall während einer Probefahrt im Sommer 1955 wurde der stark beschädigte Technologie-Träger neu aufgebaut. Bei dieser Gelegenheit wurden dem Traumwagen auch die überdimensionalen Heckflossen gestutzt. Bis in das Jahr 1957 wurden die Versuchsfahrten und Weiterentwicklungen an diesem außergewöhnlichen Fahrzeug fortgesetzt um dann im Frühjahr 1958 komplett eingestellt zu werden. Nach dem tragischen Konkurs der Borgward-Gruppe landete der Traumwagen in einer der vielen Ecken des Werkgeländes und wurde irgendwann in den sechziger Jahren verschrottet.